An/Aus

An/Aus (22.06.2011)

Knabbern an den Fingernägeln,
Reiben an der Schläfe.
Augenschlitze, aufgeschlitzte Ohren
Nägel, Nadel, Uhrenteppich,
und der Mann am Leierkasten leiert
aus. Die Maschinen laufen unverfroren. An.

Ich bin wach, ich bin müde.
Mache Licht. Aus. Ich schaue. An.
Die Ampel: rot. Das Stoppschild: rot
Die Augen: rot. Ich lass es. Aus.
Reich mir deine Hände, fass den Puls
An. Dumpfbetäubter Glockenklang schlägt. Aus.

Der hat Drähte, ganz verdrahtet. Entartet.
Es artet aus. Sieh mich. An. Und halt den Blick.
Das Hämmern, Bohren, Dröhnen sitzt mir im Genick.
Hörst du das? Hältst du das? Aus. Noch bin ich. An
und drauf und dran. Aus. der Haut fahren ist nicht drin.
Es bricht. An. lass uns. Aus. Lass uns schleichen wie ein Raubwind.
Von hinten. An. einen ruhigen Moment. Wir halten ihn. Aus. Und behalten ihn. An.

Kleider Ton Scherben. Stein, Stahl und blaue Gläser
Das höhlt uns. Aus. Steter Tropfen auf tote Gräser.
Und es macht Peng! Und einer schreit. Aus. verstopfter Kehle
in die Nacht im Firmament. Die alte Zeit leuchtet uns. An.
Wir sperren uns. Aus. Wir fühlen uns. An. Und kommen nicht. Aus.
Doch leise, hör das Flüstern. An. Wir haben jetzt. Aus. gespielt
seit Jahren. An. Puppen, Pappmaché und Panik: das Spiel ist. Aus.

Auf Zehenspitzen stehl’n wir uns davon. Mit Hand und Haut und Hoffnung
Sehen wir uns. An. Und reisen. Aus. Und vertrauen uns. An. Das Meer,
der Wald, der Feuerplatz. Stürme, Regen, Sonnenstrahlen. Plätschern.
Rauschen, Knistern, Wehen. Wir werden unter Bäumen und an Küsten stehn.
Wir werden wahrhaft sehen. Warmes Holz und trockne Erde, Luft voll Salz
und Wolkenberge. Nebelschwaden tief im Tal, Hagelprasseln, Tropfenschar,
von Schnee umgeben ganz und gar. Hier sind wir wir. Hier sind wir da.

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