Wolf Parade – Cloud Shadow On The Mountain

Also liebt man nicht die Momente, die einen sprachlos machen? In denen man die Sprache nicht wirklich benutzen will, weil sie nicht angemessen wäre, weil die Worte ohnmächtig erscheinen (,wenn sie einem nicht schon vorher „im Munde zerfielen wie modrige Pilze“)? Wenn der Ausdruck schon einer Vergewaltigung gleicht, einem Verbrechen, wenn die Sprache ihrem Gegenstand nicht gerecht werden kann? In dem Punkt kann ich Celan, wenn ich ihn überhaupt verstehen kann, gut verstehen. Sprachskepsis ftw! Andererseits nagt in mir ein Rest-Positivismus und das Verlangen, auszudrücken, was irgendwie auszudrücken ist. Es ist traurig, wenn man die Dinge nicht beschreiben und damit: nicht teilen kann, doch wie unterscheidet man die Dinge, von denen man sprechen kann von jenen, die zum Schweigen zwingen, mal Wittgenstein unberücksichtigt gelassen? Und irgenwann sagt man doch etwas, und ZACK bist du erneut Opfer deiner Sprache und erkennst die Unzulänglichkeiten. Aber deshalb den Positivismus aufgeben? Eine Mischung aus Kant und Shakespeare, das wär’s, dieser Mensch könnte mit seiner Sprache wirklich zufrieden sein.

Naja, zum Positivismus wann anders: Häufig erscheinen mir die ersten obigen Zeilen pathetisch, dann wieder angemessen, wenn ich bzgl. der Unterscheidungsfrage, wovon zu sprechen und wovon zu schweigen ist, trivialerweise antworte: von der Außenwelt oder der objektiven Realität (Rattenschwanz, ich weiß) kann man oftmals besser sprechen, als von der eigenen Innenwelt, soll heißen: Subjektivität kann per Definition nicht oder nur ungenügend vermittelt werden. Joar, damit lässt sich arbeiten, vorerst zumindest. Oder nicht? Was ist wenn, … anyway, also der Song ist jedenfalls episch und jagt mir ein irres Gefühl durch die Brust!

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