Projekt Exchange

University of New York: Die unter Leitung von Prof. Dr. Chalmers entwickelte Experiment-Reihe „Exchange“ musste aufgrund mehrerer Todesfälle vorzeitig abgebrochen werden.

Der Versuchsaufbau, der das Verhalten zweier Probanden in Abhängigkeit von materiellen Reizen untersuchen sollte, war dabei wie folgt angelegt:

Proband A, der sich freiwillig und in umfassender Kenntnis des Versuchsablaufs für dieses Projekt entscheidet, hält sich in einem abgeschotteten Raum auf. Dieser Raum weist zwei Besonderheiten auf. Er besteht einerseits vollständig aus stromleitendem Material und verfügt andererseits über zwei Schalter, über die der Proband mit dem Kontrollraum kommunizieren kann: Während der blaue Schalter signalisiert, dass weiterhin und vor allem auch stärkere Stromstöße in den Raum geleitet werden können, signalisiert der rote Schalter, den Strom sofort zu unterbrechen.

Bei der Versuchsgruppe A, aus der der jeweilige Proband A entnommen wird, handelt es sich mehrheitlich um Mitglieder der amerikanischen und europäischen Mittelsicht. Unter- und Oberschichtanteil halten sich die Waage, der Studentenanteil ist nicht repräsentativ; es zeigen sich jedoch Tendenzen: Vor allem Psychologie-, Wirtschafts- und Jurastudenten meldeten sich für dieses Projekt freiwillig.

Proband B, der sich ebenfalls freiwillig und in umfassender Kenntnis des Versuchsablaufs für dieses Projekt entscheidet, hält sich in einem benachbarten Raum auf. Dieser Raum verfügt außer dem Zugang zur Stromstärkeregulierung über keinerlei Besonderheiten.

Die Versuchsgruppe B, aus der der jeweilige Proband B entnommen wird, gleicht Versuchsgruppe A hinsichtlich der Zusammenstellung.

Der Versuchsaufbau sieht vor, dass Proband A für das (freiwillige) Ausstehen physischer Folter durch Starkstrom mit Geld belohnt wird. Zeitgleich ist Proband B für die Stärke und Frequenz der Starkstromstöße verantwortlich, die ebenfalls in Anbetracht der Stärke mit Geld vergütet werden. Je länger Proband A die Folter aussteht, desto mehr Geld erhält er. Gleichzeitig erhält Proband B für das zugefügte Maß an Schmerzen dieselbe Menge. Über einen Monitor in beiden Räumen können beide Probanden die sich vergrößernde Menge des verdienten Geldes verfolgen.

Solange Proband A das rote Signal nicht betätigt, steht es Proband B offen, die Folter fortzusetzen, bzw. ihre Intensität in kleinen Schritten zu erhöhen.

Die Versuchsreihe musste trotz vielversprechender Ergebnisse vorzeitig abgebrochen werden, nachdem die Versuchsleiter in einer Viertelstunde der Unachtsamkeit sowohl die Stromregulierung als auch die 48 Testprobanden  unbeaufsichtigt ließen, von denen 22 infolge der Folter grausam, aber reich verstarben.

Prof. Dr. Chalmers: „Ich kann mir erklären, wie das geschehen konnte.“

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